Umbau und Sanierung eines ehemaligen Kaufhauses in Gelsenkirchen-Buer

Gelsenkirchen-Buer
Fertigstellung: 2026

Das Gebäude wurde in den Jahren 1927/1928 durch den Textilkaufmann Josef Weiser im Gelsenkirchener Stadtteil Buer errichtet und stellt ein bedeutendes Beispiel der Warenhausarchitektur der Zwischenkriegszeit dar. Mit seiner charakteristischen Konstruktion als Stahlbetonskelettbau sowie der hochwertigen Fassadengestaltung aus Travertin besitzt es einen hohen baukulturellen und denkmalpflegerischen Wert.
Nach jahrzehntelanger Nutzung als Warenhaus, zuletzt unter dem Namen Sinn-Leffers, musste das Gebäude im Jahr 2015 im Zuge des strukturellen Wandels im Einzelhandel und im Ruhrgebiet geschlossen werden. Damit rückte die Frage nach einer nachhaltigen, denkmalgerechten Nachnutzung in den Fokus.
Die Frankfurter SFP-Holding Germany beauftragte die Architekten Dr. Schramm Michael Partner GmbH mit der anspruchsvollen Aufgabe, das denkmalgeschützte Kaufhaus unter Wahrung seiner historischen Identität zu sanieren und einer neuen Nutzung zuzuführen. Im Zentrum der Planung stand der respektvolle Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz sowie die Sicherung und Wiederherstellung der prägenden architektonischen Merkmale.
Das Tragwerk des Gebäudes, bestehend aus einem Stahlbetonskelett mit ergänzenden Stahlträgern und -stützen sowie Stahlbetondecken, wurde im Zuge der Sanierung umfassend instandgesetzt. Die Treppenhauskerne und ausgemauerten Fassadenfelder wurden unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten sorgfältig überprüft, ausgebessert und, wo erforderlich, ergänzt. Besonderes Augenmerk lag auf der Erhaltung der Natursteinfassade aus Travertin, die das äußere Erscheinungsbild maßgeblich prägt und als zentrales denkmalgeschütztes Element gilt.
Die Sanierungsmaßnahmen umfassten eine umfangreiche Instandsetzung der Stahlbetonkonstruktion, bei der teilweise stark korrodierte Bewehrungseisen erneuert werden mussten. Auch die vorhandenen Stahlkonstruktionen wurden denkmalgerecht saniert. Ziel war es, die historische Tragstruktur weitestgehend zu erhalten und zugleich den heutigen technischen Anforderungen anzupassen.
Ein wesentlicher Bestandteil des denkmalpflegerischen Konzepts war die Entscheidung für eine Innendämmung der Außenwände. Durch die Ausführung als diffusionsgeschlossenes System konnte das äußere Erscheinungsbild der denkmalgeschützten Fassaden vollständig bewahrt werden, ohne in die historische Substanz der Travertinverkleidung einzugreifen.
Im Zuge der Umnutzung wurde das Gebäude behutsam an neue Anforderungen angepasst: Im Kellergeschoss entstand eine Tiefgarage, im Erdgeschoss ein Drogeriemarkt, im ersten Obergeschoss Büroflächen und in den Obergeschossen zwei bis vier ein Apartmenthotel im Sinne des Long-Stay-Living-Konzepts. Diese Nutzungsverteilung gewährleistet eine nachhaltige Belebung des Gebäudes und sichert zugleich langfristig dessen Erhalt als bedeutendes Baudenkmal im städtischen Kontext.

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